ICM Newsletter März 2021

Liebe Leser:innen,

während bei unserem Zehnjahresprojekt INNOVATIONCITY RUHR | MODELLSTADT BOTTROP gerade die Auswertung und Evaluation läuft, sind wir mit unserem Knowhow im klimagerechten Stadtumbau in vielen anderen Städten unterwegs. Auch in Bottrop bleiben wir weiterhin aktiv. Es stimmt mich zuversichtlich, dass die Weitergabe der Erfahrungen und Erkenntnisse aus Bottrop in andere Stadtquartiere so gut funktioniert. Schließlich haben wir noch genug zu tun, wenn wir die Klimaziele in Deutschland erreichen wollen. Bei der Energiewende von unten kann jeder mitmachen.

Ihr
Burkhard Drescher
Geschäftsführer Innovation City Management GmbH

IM #GESPRÄCH

Der Initiativkreis Ruhr (IR) hatte vor etwas mehr als zehn Jahren die Idee, eine typische Ruhrgebietsstadt zu einem beispielhaften Klima- und Stadterneuerungsprojekt zu machen. Die InnovationCity Ruhr wurde ins Leben gerufen und Burkhard Drescher 2011 ihr Geschäftsführer. Im IR-Magazin erzählt er, was seine persönlichen Erkenntnisse nach zehn Jahren sind und wie er zu Eisbären, Fridays for Future und der Klimapolitik in Deutschland steht.

NEUES AUS #INNOVATIONCITY BOTTROP

Runde 3 für die Solaroffensive

Auf einem Hausdach wird eine Solaranlage installiert.

Die „Solaroffensive Bottrop“ ist in ihre dritte Runde gegangen: Auch 2021 hat die Stadt Mittel zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen in den Haushalt eingestellt. Neue Solaranlagen werden mit 100 Euro je Kilowatt-Peak (kWp) gefördert, der maximale Zuschuss liegt bei 600 Euro. 19 Hauseigentümer:innen haben von diesem Angebot bereits Gebrauch gemacht, der Topf mit dem Fördergeld ist aber noch nicht leer. Der Antrag ist auf der Website der Stadt Bottrop hinterlegt. 2019 und 2020 wurden bereits mehr als 100 Photovoltaik-Anlagen im gesamten Stadtgebiet gefördert. Die Gesamtleistung dieser neuen Anlagen liegt bei rund 850 Kilowatt-Peak (kWp).

One-Stop-Shop nach europäischem Vorbild

Das Zentrum für Information und Beratung (ZIB) soll zum „One-Stop-Shop“ werden: Gebäudeeigentümer:innen machen einmal Halt und bekommen dann alle relevanten Informationen für ihre geplanten Modernisierungen. „Als ICM bauen wir unsere Beratungsrolle in Bottrop gerne aus und ergänzen sie durch weitere Hilfen für die Ratsuchenden“, sagt Geschäftsführer Burkhard Drescher zu dem Projekt, das den Titel „ProRetro“ trägt und von der Europäischen Kommission gefördert wird. Die InnovationCity Bottrop nimmt mit vier weiteren deutschen Partnern aus Berlin, Hannover, Böblingen und Wuppertal teil und profitiert von internationalen Erfahrungen: In europäischen Ländern wie Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Schweden existieren One-Stop-Shops bereits und haben sich erfolgreich am Markt für Gebäudesanierung etabliert.
Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie erforscht die Bedingungen für eine erfolgreiche Etablierung von One-Stop-Shops und hat dazu eine Online-Befragung entwickelt, die sich an Eigentümer:innen von Wohngebäuden und Einzelwohnungen richtet. Bitte mitmachen!

Energieberatungen laufen weiter

Die kostenlosen Energieberatungen der ICM werden in Bottrop in gleichem Umfang und gewohnter Qualität fortgesetzt und stehen allen Bottroper Hauseigentümer:innen offen. Wer sich für das Angebot interessiert, kann momentan aufgrund der Corona-Pandemie zwischen einer telefonischen Beratung und einer Videokonferenz wählen. Die Energieberater:innen der ICM haben mit beiden Formaten gute Erfahrungen gemacht. Termine können unter 02041 723 06 50 vereinbart werden. Seit 2012 hat die ICM 4.071 Energieberatungen durchgeführt, 194 davon am Telefon bzw. per Video-Call. 1.112 Mal berieten die Mitarbeiter:innen direkt vor Ort in der Immobilie.

Baustart für den Generationenwald im Eigen

Unter den Aspekt „Verbesserung der Lebensqualität“ fällt, was in Bottrops Stadtteil Eigen am Kirchschemmsbach an den Start gegangen ist. Dort entsteht auf einem aktuell ungenutzten Waldstück in den kommenden zwei Monaten ein „Generationenwald“, der aus Bewegungs- und Motorik-Geräten sowie Sitzplätzen zum Ausruhen besteht. Der Generationenwald ist ein Angebot der Stadt Bottrop für junge und ältere Menschen: Sie sollen mit körperlichen Herausforderungen, Training und Entspannung in die Natur gelockt werden. Der Pfad entsteht in der Nähe des „Blauen Klassenzimmers“, das die Emschergenossenschaft entwickelt hat (Foto: EGLV, Alejandra Quintero). Darin soll naturnaher Schulunterricht unter freiem Himmel stattfinden. In Corona-Zeiten ein Segen! Der städtische Quartiersmanager Christoph Schüle von der ICM meint: „Der Treffpunkt für verschiedene Generationen ist in dieser Ausgestaltung sowohl ein Pluspunkt für das Klima als auch für die Lebensfreude der Menschen.“ Sobald der Generationenwald in Aktion ist, werden wir ausführlich davon berichten.

NEUE #PROJEKTE

Auftrag aus Luxemburg: Stagnation bei der Renovierungsrate beseitigen

Die ICM ist auch außerhalb Deutschlands aktiv: Im Dezember 2020 erhielt das Unternehmen einen Auftrag von der luxemburgischen Energieagentur myenergy. Ziel des Auftrags ist es, die seit Jahren stagnierende energetische Renovierungsrate im Großherzogtum Luxemburg zu steigern. Mit einem neuen Ansatz soll der Zugang zu relevanten Informationen, Experten, Handwerkern und Fördermitteln für Gebäudeeigentümer:innen gebündelt und vereinfacht werden. Zudem sollen Interessenten die Möglichkeit erhalten, dass der gesamte Renovierungsprozess durch einen Fachmann begleitet und abgewickelt wird. Dieses Vorgehen soll zunächst als Modell in einer Gemeinde erprobt werden. Die ICM unterstützt myenergy mit der Erstellung einer Vorstudie, die u. a. folgende Punkte beinhaltet: die Quartiersauswahl, den Aufbau einer Projektstruktur sowie die Entwicklung eines Mobilisierungsleitfadens zur Aktivierung der Gebäudeeigentümer:innen.

Quartierskonzept für das Stadtzentrum

In Eschweiler wurde die ICM von der Stadt beauftragt, ein energetisches Quartierskonzept für das Stadtzentrum zu entwickeln. Das Konzept wird von der KfW Bank gefördert und soll Energieeinsparpotenziale im Wohnbestand aufzeigen sowie konkrete Maßnahmen zur Emissionsreduzierung definieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der energetischen Modernisierung privater Wohngebäude.
Die im Quartier lebenden Bürger:innen und Hauseigentümer:innen wurden jetzt aufgerufen, sich an einer Online-Befragung zu beteiligen: Gesucht werden hilfreiche Informationen, Ideen und Anregungen für den Stadtteil. „Wir benötigen das Expertenwissen und die Lebenserfahrung der Menschen, die im Projektgebiet leben und arbeiten“, erklärt Bürgermeisterin Nadine Leonhardt. Sie erhofft sich von dem InnovationCity-Prozess, dass die Potenziale im Quartier entdeckt und auch gehoben werden können: „Die aus Klimaschutzgründen erforderliche energetische Sanierung von Gebäuden ist trotz massiver Förderungen kein Selbstläufer.“
Die ICM setzt sich dafür ein, dass der klimagerechte Stadtumbau zu einem Selbstläufer wird. Die Eschweiler Eigentümer:innen können sich für eine kostenlose Gebäudeanalyse ihrer Immobilie bewerben. Ein Energieberater erstellt einen individuellen Gebäudesteckbrief inklusive geeigneter Modernisierungsmaßnahmen. Zudem haben alle, die an der Befragung teilnehmen, die Chance, einen Gutschein der Stadt zu gewinnen. Die Online-Befragung für Bewohner:innen und Gebäudeeigentümer:innen im Stadtzentrum von Eschweiler läuft noch bis zum 12. März 2021.
Infos: www.eschweiler.de/InnovationCity

Leichlingen: Innenstadt weiterentwickeln

In der Auswertungsphase einer Befragung der Bewohner:innen und Eigentümer:innen befindet sich die ICM bereits in Leichlingen. Auch hier steht im Auftrag der Stadt ein energetisches Quartierskonzept für die Innenstadt auf dem Plan: Das Quartier soll klimagerecht weiterentwickelt werden. Dazu wollte die ICM von den Bürger:innen wissen: Wer plant in nächster Zeit eine Fassadendämmung? Wer braucht eine neue Heizung oder interessiert sich für eine Ladestation fürs E-Auto? Wer benötigt eine Energieberatung, um Strom zu sparen? Die Antworten der Leichlinger:innen fließen in Vorschläge für Modernisierungsmaßnahmen ein, die den Energieverbrauch in den Gebäuden senken sollen. Im Rahmen des Quartierskonzeptes wird außerdem ein sogenanntes Wärmekataster erstellt, das auch in den Audit zum European Energy Award (EEA) für die Stadt Leichlingen einfließt.

NEUES AUS DER #WOHNUNGSWIRTSCHAFT

Zweites Projekt mit hessischer GWH gestartet

Von Meerbusch nach Fulda: Die ICM arbeitet in einem zweiten Projekt mit der GWH Immobilien Holding GmbH in Hessen zusammen. Der Auftakt mit einem Austausch über die gewünschte strategische Beratung sowie die Koordination der GWH-Bestände in Fulda Ziehers-Süd fand im Februar in digitaler Form statt. Gefragt sind neue Denkansätze und Ideen, die einen nachhaltigen Mehrwert für die Wohnungsgesellschaft haben. Die GWH will das Quartier in Fulda ganzheitlich voranbringen, ihre Wohnbestände weiterentwickeln und die Verbesserung des Wohnumfeldes fortsetzen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Einbindung aller Akteure in die Prozesse der Quartiersentwicklung. Das ICM-Team freut sich auf eine neue spannende Herausforderung im hessischen Raum.

NEUES AUS DEN #INNOVATIONCITY BÜROS

Wesel-Schepersfeld

In Zeiten der Covid-19-Pandemie bietet das Sanierungsmanagement im Energiequartier Wesel-Schepersfeld den Bewohner:innen sowohl telefonische als auch digitale Beratungen an. Alle Infos rund um die energetische Gebäudemodernisierung, das Energiesparen oder auch Fördermöglichkeiten für Baumaßnahmen lassen sich zum Beispiel auch per Videokonferenz bestens vermitteln. Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp freut sich über das Interesse an energetischen Modernisierungsmaßnahmen im Schepersfeld, das seit Projektbeginn im Oktober 2020 groß ist. „Es sind bereits acht Anträge auf Förderung bei uns eingegangen, und wir konnten schon fünf Förderbescheide ausstellen und sie den Antragstellern zusenden“, erklärte sie Ende Februar. „Das verdeutlicht uns, dass unsere Entscheidung, das Projekt Energiequartier Schepersfeld mitten in der Pandemie zu beginnen, richtig war.“ Eigens für das Quartier wurde die städtische Förderrichtlinie „Sanierungszuschuss Wesel-Schepersfeld“ entwickelt, die Maßnahmen zu Dämmung, Fensteraustausch oder den Einsatz erneuerbarer Energien unterstützt. 2020 wurden gut 6.000 Euro an Fördergeldern bewilligt, für das Jahr 2021 stehen noch 34.000 Euro zur Verfügung.
Infos: www.energiequartier-schepersfeld.de

Oberhausen Osterfeld-Mitte/Vondern

Auch in Oberhausen gibt es eine städtische Förderrichtlinie für energetische Modernisierungsmaßnahmen an Wohngebäuden. Das Angebot „Initiative Energiewende von unten“ richtet sich an die Eigentümer:innen des Quartiers Osterfeld-Mitte/Vondern. Seit Beginn der InnovationCity-Beratungen im Juli 2020 wurden dort bereits 65 Fachberatungen durchgeführt. Bei der Stadt gingen 26 Förderanträge für Gebäudemodernisierungen ein. Für die Maßnahmen wurden Fördergelder in Höhe von 86.500 Euro bewilligt, daraus resultierte eine Gesamtinvestition in Höhe von fast 450.000 Euro (Stand 31.1.2021).
Die Info-Veranstaltungen im Quartier, die die ICM gemeinsam mit der Energieversorgung Oberhausen (evo) anbietet, decken alle Themen ab, die für Hausbesitzer:innen wichtig sind: Heizungstechnik, Photovoltaik, Dämmung, Thermografie, Fernwärme etc. Im März rückt der Sanierungsfahrplan in den Fokus: Dabei handelt es sich um eine besonders umfangreiche Beratungsdienstleistung, die über die kommunale Förderung in Oberhausen zusätzlich bezuschusst wird. Bei einem Infoabend erfahren Eigentümer:innen, wie sie von einem solchen individuellen Sanierungsfahrplan profitieren und ihn sich fördern lassen können.
Infos: www.innovationcity-oberhausen.de

Lünen-Süd

Mitte Juli 2020 startete die Beratung der Bürger:innen im Quartier Lünen-Süd zur energetischen Sanierung ihrer Immobilien. Ein erstes Fazit nach einem halben Jahr fiel positiv aus: Unter den erschwerten Corona-Bedingungen konnten immerhin 56 Erstberatungen und 25 Energieberatungen durchgeführt werden. Erste Fördermittel flossen bereits für neue Heizungsanlagen und den Bau von Photovoltaik-Anlagen. Auch die Aktion „Weiße Ware“ ist in Lünen-Süd beliebt: Für den Austausch von alten Haushaltsgeräten gegen moderne Elektronikgeräte mit besserer Energieeffizienz wurden bereits 80 Prozent der vorgesehenen Fördermittel abgerufen. Alle Zuschüsse wurden im Rahmen der die Förderrichtlinie „Gemeinsam fürs Klima“ von der Stadt Lünen gewährt.
Infos: www.luenen.de/mein-luenen-sued/projekte/innovation-city-luenen-sued-2

Herne-Mitte

Seit Anfang 2019 werden im Projektgebiet Herne-Mitte die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Modellprojekt InnovatonCity Bottrop umgesetzt. Damit war Herne die erste Stadt aus dem „InnovationCity roll out“-Projekt, die mit der Umsetzung des Quartierskonzeptes gestartet ist – die erste von 17 Kommunen! Das Ziel lautete, möglichst viele Eigentümer:innen von Wohn- und Gewerbeimmobilien zur energetischen Sanierung ihrer Gebäude zu beraten und sie zu aktivieren, Maßnahmen auch umzusetzen. Nach knapp zwei Jahren wurde nun Halbzeitbilanz gezogen. Im ersten Jahr konnten bereits in 31 Gebäuden Maßnahmen umgesetzt werden, im zweiten trotz der langen Lockdown-Phasen sogar in 39 Gebäuden. Damit liegt die Modernisierungsrate im Quartier aktuell bei 1,6 Prozent. „Damit bin ich sehr zufrieden, denn sie ist unter schwierigen Corona-Bedingungen entstanden“, erklärt ICM-Geschäftsführer Burkhard Drescher. In Anbetracht der normalen Anlaufphase im ersten Jahr eines Sanierungsmanagements und den weitreichenden Pandemie-Beschränkungen im zweiten Jahr seien die Herner Ergebnisse bereits jetzt positiv. „Es zeichnet sich ab, dass das Ziel von drei Prozent Modernisierungsrate zum Ende des Sanierungsmanagements sicher erreicht werden kann“, so Drescher.
Aktuell berät das Sanierungsmanagement mit Themenabenden und individueller Energieberatung häufig zum Thema Photovoltaik. Die Stadt bezuschusst den Bau von 20 neuen Anlagen mit jeweils 500 Euro.
Infos: www.innovationcity-herne.de

Osnabrück Schinkel

Ob alte Heizungsanlage, einfach verglaste Fenster oder ein ungedämmtes Dach – viele Gebäude im Osnabrücker Quartier Schinkel sind noch nicht ausreichend saniert worden. Hier setzt seit 2019 das Sanierungsmanagement der ICM an, das im Auftrag der Stadt Osnabrück eine Erst- und Fördermittelberatung für private Hauseigentümer:innen anbietet. Durch solide Information und individuelle Unterstützung sollen letztlich die Energieverbräuche und damit auch die Energiekosten der im Schinkel lebenden Menschen sinken.
Die Bilanz zur Projekthalbzeit fiel Ende 2020 positiv aus. 176 Quartiersbewohner:innen besuchten sieben Fachveranstaltungen, bei denen Expertenwissen vermittelt wurde. 122 Erstberatungen wurden durch das Sanierungsmanagement geleistet, 83 Beratene nahmen im Anschluss die Gebäude- und Energie-Checks der Verbraucherzentrale wahr. Daraus resultierten sechs beantragte Zuschüsse für energetische Sanierungen und 39 beantragte Zuschüsse für den Austausch von E-Geräten.
Infos: www.osnabrueck.de/sanierung-schinkel/startseite

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