Hinter den Kulissen: 3 Tipps an den Bundeskanzler von ICM-Chef Burkard Drescher

Energiewende von unten mit den Bürger:innen im Fokus

Mit dem Ansatz einer Energiewende von unten werden die Bürger:innen Hauptakteure und Motor des Wandels. Die Stadt und das Quartier sind die kommunikativ erreichbare Ebene. Auf dieser Ebene muss man Bürger:innen befähigen, Energie einerseits mit erneuerbaren Technologien selbst zu erzeugen und andererseits Energie durch Gebäudemodernisierungen Energie einzusparen.In Bottrop konnte die ICM mit Workshops, Beratung vor Ort und individuell abgestimmten Lösungen unter anderem die größte Photovoltaikdichte pro Kopf im Vergleich mit allen Großstädten in NRW erzielen.

Anreize schaffen und Bürokratie überwinden

Neben einer Beratung vor Ort muss es auch besondere Anreize geben. Kfw-Fördermittel sollten nicht zentralistisch über den Bund gesteuert, sondern über die Kommunen intelligtent verteilt werden. Hierdurch wird eine Nähe zu den Bürger:innen erzielt, die wichtig für die Energiewende von unten ist. Parallel dazu muss es auch für diverse rechtliche Regularien ein Umdenken geben, um flächendeckend erneuerbare Energien ausbauen zu können: Beispielsweise kann Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage aktuell nur eingespeist und nicht an den Nachbarn verkauft werden. Dabei wird der Betreiber wie ein Unternehmen besteuert, hier muss eine Vereinfachung stattfinden.

Fokus auf Sanierung im Bestand, statt Förderung von Neubauprojekten

Mit der Sanierung privater Bestandsgebäude kann massiv Energie eingespart werden. Auch hierzu müssen auf Quartiersebene die Hausbesitzer:innen aktiviert werden. Deutschland ist gebaut. Wir haben 19 Millionen Wohngebäude im Bestand und liegen bundesweit bei einer energetischen Modernisierungsrate von unter einem Prozent. Hier wird deutlich, dass die Hauptakteure die Bürger:innen sein müssen und der zentralistische Denkansatz bei der Energiewende nicht funktioniert. Die von Wohngebäuden ausgehenden CO2-Emissionen sind im Bund von 2010 bis 2020 um 19 Prozent zurückgegangen – in Bottrop mit der Energieberatung um 47 Prozent.